Schlüsselfidel/Nyckelharpa

 

Die mittelalterliche Schlüsselfidel ist eng verwandt mit der Drehleier. Ihr eigentlicher Dreh ist, dass sie keinen hat, denn bei ihr wird nicht mittels Rad, sondern mit einem Bogen der Klang zum Leben erweckt. Wie bei der Drehleier gibt es auch hier Bordun- und Melodiesaiten. Diese werden ebenfalls über Tasten verkürzt. Allerdings ist es bei der

 

Schlüsselfidel möglich über verschiedene Melodiesaiten ohne umschalten zu müssen, eine Tonfolge zu spielen. das wiederum erhöht den Tonumfang im Vergleich zur Drehleier erheblich.Mit Schlüssel sind vermutlich die Tangenten (-oder Tasten) gemeint welche die Saiten verkürzen. Wenn wir auch heute annehmen können dass die meisten Schlüsselfideln (Nyckeharpa) in Schweden gebaut werden, so ist dieses Instrument, aller Wahrscheinlichkeit nach, im Mittelalter, nur in Deutschland gespielt worden. Der älteste Nachweis findet sich auf einem Steinrelief der Källunge Kirka in Gotland und ist auf 1350 datiert. Das dort abgebildete Instrument entspricht der Moraharpa die nach ihrem Fundort (Mora) so benannt wurde. Es war ein noch recht einfaches Modell dass über die Jahrhunderte hinweg viele Verbesserungen erfuhr. Die heute übliche (chromatische) Form wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt. Die Blütezeit der Schlüsselfidel war zwischen 1750 und 1900. Später wurde sie nur noch als arme Leute Instrument (für Leute die sich kein Akkordeon leisten konnten) angesehen. So war ihr, aus dem gleichen Grund wie dem Dudelsack, auch das gleiche Schicksal (aussterben) wie diesem widerfahren. In der Gegenwart erfährt sie, ebenfalls wie ihr geblasener Genosse und die Drehleier, eine deutliche Renaissance.

 

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