Schalmeien

Das Wort Schalmei hat wohl seinen Ursprung im lateinischen - Calmus .          Dies bedeutet soviel wie “Halm”. Daraus ist schon die Art der Tonerzeugung zu erkennen. Wenn man zum Beispiel den Stengel einer Löwenzahnblüte, die an seinem dünnen Ende plattdrückt, so dass dieser sich spaltet, kann man, wenn man dieses Ende vorsichtig in den Mund nimmt, darauf einen Ton erzeugen. Aber Vorsicht, da es sich um ein Wolfsmilchgewächs handelt, und der Saft weder schmackhaft, noch gesundheitsfördernd ist, sollte man dies nicht stundenlang betreiben.

Die Schalmei war vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert das wichtigste Doppelrohrblattinstrument. Diese Bezeichnug deutet darauf hin, dass sich in der Anblasöffnug ein Röhrchen befindet auf das zwei Teile (z.B. Schilfrohr, heute auch Kunststoff) derart gebunden sind, dass sie beim hineinblasen einen Ton erzeugen. Bei vielen Schalmeienformen nimmt man dieses Rohrblatt ganz in den Mund, ohne es jedoch mit den Lippen oder der Zunge zu berühren. Um hierbei zum Atmen nicht immer absetzen zu müssen bedient sich der geübte Spieler der Zirkularatmung, bei der durch die Nase ein und durch den Mund ausgeatmet wird. Benutzt man dann noch die Backen als Luftreservoire kann man ein ständiges Klingen des Instrumentes erreichen (ähnlich wie beim australische Didgeridoo). Für Menschen mit nicht so ausgeprägten “Froschbacken” entwickelte sich im 13. Jahrhundert das Platerspiel. Dabei Befestigte man unterhalb des Rohrblattes eine Tierblase die am anderen Ende ein Mundstück erhielt. Es mag recht lustig ausgesehen haben wenn man darauf spielte. Man könnte jetzt annehmen dies sei die Vorform des Dudelsackes gewesen. Dem ist aber nicht so! Dieser war nachweislich zur damaligen Zeit schon bekannt und ein anderer Weg das oben genannte “Problem” zu lösen. In unserer Gruppe spielen wir eine Schalmei mit Windkapsel (ein hölzernes Mundstück in dessen Innern sich das Rohrblatt befindet). Dies ermöglicht Zungenschläge und ein akzentuiertes spielen. Bei den oben abgebildeten Modell wird das Rohrblatt zwischen den Lippen gespielt und lässt so ein modulieren des Tones zu. 

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